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Medizin
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Samstag, 9. Juli 2016


Um die olympischen und paraolympischen Spiele in Rio de Janeiro unbeschwert zu genießen, sollte zur Reisevorbereitung auch die Gesundheitsvorsorge gehören.

Ist der Impfschutz noch aktuell, sind spezielle Impfungen ratsam? Reist man auch in Gegenden, wo eine Malariainfektion droht? Wie soll man sich und Andere gegen das Zika-Virus schützen? Wie intensiv scheint die Sonne? Wie häufig sind Verkehrsunfälle? Muss man sich gegen Straßenkriminalität schützen?

Diese und viele andere Fragen beantwortet das Auswärtige Amt mit seinen aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen für Brasilien.

Speziell zur Vorbeugung gegen gesundheitliche Risiken gibt es ein eigenes Merkblatt für den Besuch der Spiele in Rio.




Freitag, 4. März 2016


Chikungunya ("Das Zusammenkrümmen"), Dengue ("Breakbone Fever") und in letzter Zeit auch Zika (nach einem Waldstück in Uganda benannt) breiten sich durch den internationalen Reiseverkehr weltweit aus. Die Symptome ähneln sich, es kommt zu Fieber, manchmal Schüttelfrost, meist schweren Kopf- und Gelenkschmerzen, oft schwerer Abgeschlagenheit, manchmal Bindehautentzündung oder Hautausschlag. Das Zika-Virus steht im Verdacht, Kinder im Mutterleib zu schädigen.

Zika- und Dengue-Virus gehören zur selben Familie wie das Gelbfieber-Virus. Gegen Gelbfieber gibt es eine sehr zuverlässige und gut verträgliche Impfung, gegen die anderen Verwandten leider noch nicht.

Notwendig sind deshalb gute Mückenschutzmaßnahmen zur Vorbeugung - sowohl am Tag als auch in der Nacht. Geeignet sind hautbedeckende Kleidung, Moskitonetze, mückenabweisende Lotionen oder Sprays (Wirkstoffe: DEET oder Icaridin). Schwangere sollten Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete nach Möglichkeit vermeiden.




Samstag, 6. Februar 2016


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für Feinstaub (PM10) einen Grenzwert von 20 μg/m³ im Jahresmittel festgelegt. Dieser wird in vielen Städten der Welt regelmäßig um ein Vielfaches überschritten. Besonders betroffen sind Ballungsräume in Indien, China, der Mongolei, in Brasilien sowie in einigen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas.

Was tun?

  • Bei Reisen nur kurze Aufenthalte in stark smogbelasteten Metropolen einplanen, soweit möglich.
  • Viel in Innenräumen aufhalten.
  • Nach Möglichkeit für Innenräume Luftfilter einsetzen (Wichtig ist die regelmäßige Wartung).
  • Körperliche Anstrengungen und Sport im Freien vermeiden.
  • Im Freien Partikelfiltermasken FFP tragen. Diese müssen sehr dicht am Gesicht anliegen. Einfache Hygienemasken bieten keinerlei Schutz vor Feinstaub.

Mehr zum Thema Feinstaub beim Umweltbundesamt.




Samstag, 14. November 2015


Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Harvard Medical School widerlegt die Vorstellung, durch fettarme Ernährung könne man besonders effizient abnehmen.

Wissenschaftlich gebe es dafür keinen Beleg, sagt die Autorin Dr. Deirdre Tobias. Um etwas gegen die "Epidemie des Übergewichts" zu tun, müsse man über die Nahrungsbestandteile Fett, Kohlehydrate und Eiweiß hinaus blicken, und sich zum Beispiel darum kümmern, ob und wie eine Diät langfristig durchgehalten werden kann.

Eine Zusammenfassung der Originalarbeit von D. Tobias et al. findet sich hier.




Samstag, 28. März 2015


Bis Herbst 2015 soll die deutsche Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) erneut überarbeitet und komplett an die EU-CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) angepasst werden. Bei den anstehenden Änderungen gibt es zwei Schwerpunkte: Zum einen der Schutz von Beschäftigten bei der Schädlingsbekämpfung und Begasung (Anwendung von Bioziden); zum anderen die Krebsprävention bei der Arbeit.

Für krebserzeugende Stoffe wird ein Konzept zur Risikobewertung eingeführt. Es enthält unter anderem zwei neue Begriffe: Akzeptanzkonzentration und Toleranzkonzentration. Wird die Akzeptanzkonzentration überschritten, müssen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ein Überschreiten der Toleranzkonzentration ist grundsätzlich nicht zulässig, die Belastung der Beschäftigten muss unverzüglich abgesenkt werden.

Der Gesundheitsschutz soll mit der novellierten GefStoffV noch besser in die betriebliche Organisation eingebunden werden, unter anderem durch die stärkere Beteiligung der Arbeitnehmervertretung; und das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten soll geschärft werden.

Aktuelles zum Thema unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Gefahrstoffe.html




Dienstag, 20. Januar 2015


Gesundheitsvorsorge ist wichtig und sinnvoll, keine Frage. Aber manche angebliche Früherkennung bringt keine nützlichen Erkenntnisse, sondern eher unbegründete Sorge. Und nicht jede Behandlung eines Laborbefunds verbessert die Chancen, gesund zu bleiben, sondern hat vielleicht belastende Nebenwirkungen. Auch bei der Prävention sollte man also die Fakten sorgsam prüfen und evidenzbasiert entscheiden.

James McCormack hat auf Youtube ein paar pfiffige Videos zu Gesundheitsthemen veröffentlicht - unter anderem "Choosing Wisely".




Dienstag, 21. Oktober 2014


Personen mit einer hohen Arbeitsbelastung und gleichzeitig niedriger Kontrolle über die verrichteten Tätigkeiten haben ein etwa 45 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes.

„Die Wissenschaft meint hier nicht den „normalen Jobstress“, sondern die Situation, wenn Betroffene die Arbeitsanforderungen als sehr hoch einschätzen und gleichzeitig über geringe Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen. Diese beiden Dimensionen haben wir in unseren Befragungen ausführlich erfasst“, erklärt Studienleiter Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München. „Angesichts der massiven gesundheitlichen Folgen von stressassoziierten Erkrankungen sollten präventive Maßnahmen gegen Volkskrankheiten wie Diabetes daher auch an diesem Punkt ansetzen.“




Mittwoch, 8. Oktober 2014


Die echte Grippe (= Influenza) ist nicht zu verwechseln mit einem einfachen grippalen Infekt, auch wenn dieser häufig als „Grippe“ bezeichnet wird. Die Krankheit verläuft in einem Drittel der Fälle schwer, die häufigste Komplikation ist eine lebensbedrohliche Lungenentzündung.

Die Influenza-Viren werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, z.B. beim Anhusten oder Anniesen des Gegenübers. Es kann jedoch auch über die Hände und verunreinigte Gegenstände zu einer Weitergabe von Viren kommen. Die Influenza führt oft zu einer Epidemie (viele Menschen erkranken) oder Pandemie (weltweit ausgedehnte Epidemie). Bei gewöhnlichen Verläufen rechnet man in Deutschland mit 5.000 bis 8.000 Influenza-Todesfällen pro Jahr - hiervon sind hauptsächlich ältere und immunschwache Menschen betroffen.

Da sich die Influenza-Viren ständig verändern, ist auch jedes Jahr eine neue Impfstoffzusammensetzung und eine erneute Impfung notwendig. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Influenza für:

• Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung (Publikumsverkehr) • Personen mit Gefährdung durch ein gesundheitliches Grundleiden • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel • Personen, die von ihnen betreute Risikopersonen anstecken könnten • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

Viele Bundesländer (z. B. Baden-Württemberg) empfehlen die Grippeschutzimpfung generell für alle Erwachsenen.

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur saisonalen Influenzaimpfung




Samstag, 27. Oktober 2012


Das "break bone fever", wie das Dengue- oder Dandy-Fieber auch genannt wird, zählt hierzulande noch zu den seltenen und importierten Infektionskrankheiten. Hin und wieder kommt es aber auch in europäischen Regionen vor, wie jetzt auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira (www.aerzteblatt.de).

Das Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Stechmücken (vor allem Aedes aegypti) übertragen wird. Symptome sind neben dem Fieber vor allem sehr starke Muskel- und Gelenkschmerzen. Schwere Verlaufsformen, die zu inneren Blutungen und zum Dengue-Schocksyndrom führen können, treffen meist - auf Grund wiederholter Infektionen - die einheimische Bevölkerung in den Tropen und Subtropen rund um den Globus. Die Gesamtzahl der jährlichen Erkrankungen wird auf 30 bis 60 Millionen geschätzt. Die Krankheit hat sich in den letzten Jahren weltweit stärker ausgebreitet, nicht zuletzt wohl durch den internationalen Reiseverkehr. Bei Reisenden wurden die meisten Fälle bisher nach Aufenthalten in Südostasien und in der Karibik beobachtet (www.fit-for-travel.de).

Obwohl eine Therapie nur symptomatisch möglich ist, kann sie bei ernstem Krankheitsverlauf lebensrettend sein. Bis heute ist trotz intensiver Forschung keine Impfung verfügbar. Die einzig wirksame Vorbeugung: Sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen, auch tagsüber, insbesondere hautbedeckende Kleidung, Moskitonetze und mückenabweisende Hautmittel.




Donnerstag, 26. Juli 2012


Chronisch zuckerkranke Menschen haben häufig auch mit Folgeproblemen zu tun - wie etwa dem 'diabetischen Fuß'. Gefühlsstörungen der Füße und Unterschenkel führen zu einer eingeschränkten Wahrnehmung von Druckstellen am Fuß, eventuell unterbleibt die Warnwirkung des Schmerzes bei Verletzungen. Wenn der Betroffene nicht bewusst seine Füße kontrolliert und pflegt, können schwerwiegende Schäden entstehen. Deshalb ist auch die Auswahl und Passform von Sicherheitsschuhen für diesen Personenkreis besonders wichtig.

Diabetiker können grundsätzlich ganz normale Sicherheitsschuhe tragen - vorausgesetzt, sie passen richtig! Sicherheitsschuhe eignen sich für diesen Zweck dann, wenn sie auch mit einem speziellen Fußbett noch genügend Platz für den Fuß, insbesondere die Zehen bieten und keine Druckstellen verursachen. Es kommt also auf die richtige Anprobe an. Hierzu geht man nicht wie sonst üblich nur von der Schuhgröße aus, sondern von zwei weiteren Maßen, die vom Fachmann gemessen werden.

Die Kosten für reguläre Sicherheitsschuhe übernimmt immer der Arbeitgeber. Was darüber hinaus für spezielle Fußbettung oder andere Zurichtungen an Kosten entsteht, wird in der Regel von der Rentenversicherung getragen.

Mehr zum Thema gibt es z. B. bei den Berufsgenossenschaften oder bei der Deutschen Rentenversicherung.




Freitag, 11. Mai 2012


... lautet eine alte Globetrotterweisheit: Auf Reisen in tropischen oder anderweitig "exotischen" Gegenden sollten wir besonders sorgfältig darauf achten, was wir essen - und was besser nicht. Empfehlenswert sind demnach gut durchgegarte, lang genug erhitzte Speisen. Obst sollte am besten selbst gewaschen oder geschält werden. Trinken sollte man nur abgekochtes Wasser, Tee oder Fertiggetränke aus der Flasche (aber ohne Eiswürfel). Eine ausführliche Erläuterung der Regel findet sich bei den Centers for Disease Control and Prevention CDC.

Arbeitsaufenthalte und Dienstreisen in tropischen und subtropischen Regionen sind im Zeitalter der Globalisierung nichts Ungewöhnliches, können allerdings mit Gesundheitsgefahren verbunden sein. Deshalb ist es wichtig, bei der Reisevorbereitung auch an die Gesundheitsvorsorge zu denken. Neben Verhaltensregeln zur Hygiene (siehe oben) sind die richtigen Schutzimpfungen und z. B. Vorbeugung gegen Malaria angesagt. Vor allem sollte man sich rechtzeitig und gründlich über die klimatischen, hygienischen und kulturellen Gegebenheiten des Gastlandes informieren. Bei beruflichen Reisen gehört eine arbeits- und reisemedizinische Vorsorgeuntersuchung zum Pflichtprogramm.

Die Globetrotterweisheit wurde übrigens schon vor Jahrzehnten wissenschaftlich bestätigt. Eine Fülle von reisemedizinischen Informationen über aller Herren Länder gibt es beim Centrum für Reisemedizin CRM und bei Fit for Travel.




Donnerstag, 1. September 2011


Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung und Rolf Fricker, Partner Booz & Co., erläutern bei einer Pressekonferenz am 8. Juni 2011 die Highlights der Ergebnisse.




Wettbewerbsfähigkeit durch betriebliche Gesundheitsvorsorge – das bestätigt jetzt eine aktuelle Studie der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Zentrales Ergebnis: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt und sollte ausgebaut werden. Dr. Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Der Betriebsarzt kann eine enorm wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gesundheitskultur in einem Unternehmen zu verändern." Die vorbeugende, präventive Medizin sollte zu einer zentralen Säule unseres Gesundheitswesens werden, fordern führende Arbeitsmediziner seit langem. Maar: "Moderne Betriebsmedizin muss sich auch um die Prävention und Früherkennung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder das Burn-out-Syndrom kümmern.“

Die Studie von Booz & Company gibt es online bei der Felix-Burda-Stiftung.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) haben nun einen Appell an die Politik formuliert: "Wir ermutigen die politisch Gestaltenden dazu, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt der Reform des Gesundheitswesens zu stellen", heißt es auf der Website JobFit, auf der man die Petition auch persönlich unterstützen kann.




Freitag, 6. Mai 2011


Ein schwerer Unfall oder eine chronische Erkrankung dürfen nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeuten. Menschen wollen gesellschaftlich anerkannt sein. Ein aktiver Beitrag im Erwerbsleben spielt dabei eine wichtige Rolle - auch wenn gesundheitliche Probleme, Einschränkungen oder Behinderungen vorhanden sind. Dabei können Disability Manager helfen - Experten, die über das nötige Spezialwissen aus verschiedenen Bereichen verfügen, wie etwa Sozialrecht, Versicherungswesen, Medizin und Gesundheitswissenschaften (Public Health), Psychologie, Betriebswirtschaft, Personalwirtschaft, Ergonomie und Technik.

"Certified Disability Management Professionals" (CDMP) sind nach einem internationalen Standard fortgebildete Spezialisten aus unterschiedlichen, häufig sozialen oder medizinischen Berufen. Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherung werden in Deutschland von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sichergestellt.

Idealerweise setzt Disability Management nicht erst rehabilitativ nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung ein, sondern bereits präventiv, um problematische Entwicklungen früh zu erkennen und zu steuern.

Disability Management hilft Unternehmen, Knowhow und Erfahrungen im Betrieb zu halten. Ausfallzeiten, Personalsuche, Stellenneubesetzung und Einarbeitung kosten viel Geld - viel mehr als das Disability Management. Schwer bezifferbar, aber von großer Bedeutung ist der Erhalt der fachlichen Kompetenz, der Loyalität zum Unternehmen oder lang gepflegter Kundenbeziehungen.

Informationen und Beispiele aus der Praxis gibt es zum Beispiel vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und dem RKW Kompetenzzentrum Eschborn.




Samstag, 12. Februar 2011


Wer eine Arbeit mit viel Publikumsverkehr hat oder häufig Akten und Dokumente in die Hand nehmen muss, kann sich wirkungsvoll gegen Krankheitserreger wappnen: Regelmäßiges Desinfizieren der Hände schützt vor Erkältungs- und Durchfallerkrankungen. Das belegt eine Studie der Universität Greifswald, die vor kurzem in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases veröffentlicht wurde.

129 einschlägig tätige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Universität Greifswald sowie der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Hälfte der Untersuchungsgruppe keine Händedesinfektion durchführte, desinfizierte sich die andere Hälfte die Hände mehrmals täglich mindestens fünfmal mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln.

In der Gruppe mit Händedesinfektion gab es deutlich weniger Tage, an denen die Beteiligten am Arbeitsplatz mit Erkältung, Fieber, Husten oder Durchfall kämpften, und die entsprechenden Krankmeldungen gingen erheblich zurück. Krankheitstage und verringerte Produktivität aufgrund von Infektionskrankheiten sind weltweit ein volkswirtschaftliches Problem, das meist unterschätzt wird. „Wir waren überrascht, dass trotz der kleinen Untersuchungsgruppe unsere Erwartungen weit übertroffen wurden. Händedesinfektion ist eine kostengünstige Möglichkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung“, so Studienleiter Professor Axel Kramer.




Sonntag, 16. Januar 2011


... und moderne Legenden beleuchtet ein Kapitel der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Es wird und muss für immer unvollständig bleiben, davon sind die Autoren überzeugt, weil es immer wieder etwas zu ergänzen gibt.

Die Wikinger hatten Hörner auf ihren Helmen? Hummeln dürften aus aerodynamischer Sicht gar nicht fliegen können? Vom Mond aus kann man die Chinesische Mauer sehen? Stimmt alles nicht! In einer netten Gesprächsrunde sorgen solche Themen oft für lustige Aha-Effekte, also mal nachlesen!

Der Spaß hört aber auf bei der Behauptung, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln könne Autismus verursachen. Das hatten Andrew Wakefield und mehrere Ko-Autoren 1998 in einem Beitrag für die renommierte medizinische Fachzeitschrift 'The Lancet' behauptet. Die Daten, auf die sich Wakefield berief, waren gefälscht, das war bereits 2004 klar geworden. Die Redaktion der 'Lancet' zog den Artikel schließlich zurück. Trotzdem wird er noch oft als Beleg für die angebliche Schädlichkeit des Impfens zitiert. Vor kurzem hat das BMJ (British Medical Journal) eine Zusammenfassung und Bewertung dieses Betrugs veröffentlicht.

Übrigens: Die deutsche Wikipedia wird im März 2011 zehn Jahre alt.




Sonntag, 5. September 2010


Die Angst unerfahrener Reisender richte sich oft auf die Tierwelt, insbesondere auf Raubtiere, Schlangen und Gifttiere, schreibt Thomas Küpper in einem aktuellen Editorial der Zeitschrift Arbeitsmedizin-Sozialmedizin-Umweltmedizin. Dabei zeigten die Daten etwas ganz anderes: Viermal so gefährlich wie alle sonstigen Zwischenfälle der belebten Natur ist Homo sapiens sapiens, der weltweit pro Jahr 200.000 seiner Artgenossen umbringt. Unfälle, vor allem im Straßenverkehr, sind die häufigste Todesursache bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Die subjektive Risikoeinschätzung der Malaria ist oft genauso unrealistisch wie die von Durchfallerkrankungen oder Typhus.

Die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland schätzt Küpper auf mehr als sechseinhalb Millionen, nicht wenige davon in Länder mit riskanten gesundheitlichen oder klimatischen Verhältnissen. Nur eine Minderheit der Reisenden dürfte zu diesem Thema ordentlich beraten worden sein. Und wer am Einsatzort krank wird, findet nicht immer wirklich ausreichende medizinische Versorgungseinrichtungen.

Vorbeugen ist also auch für Reisende besser als Heilen. Bei Geschäftsreisen oder Arbeitseinsätzen im Ausland ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht, denn er muss für eine angemessene arbeits- und reisemedizinische Beratung Sorge tragen. Der Termin beim Betriebsarzt, rechtzeitig vereinbart, gehört obligatorisch zur Reisevorbereitung. Damit man ihm (oder ihr) gleich die richtigen Fragen stellen kann, am besten vorher mal selbst nachlesen unter http://www.fit-for-travel.de oder http://www.crm.de/.




Freitag, 2. April 2010


Elektromagnetische Felder sind überall - zumindest in unserer hochtechnisierten Welt ist irgendwo in der Nähe ein Staubsauger, ein Haarföhn oder Elektroherd, ein Mobiltelefon oder die nächste Steckdose. Selbst auf einer abgelegenen Berghütte wird man noch von ein paar GPS- oder Fernseh-Strahlen eines Satelliten getroffen. Machen diese Felder krank? Gibt es so etwas wie Elektrosmog?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun die Ergebnisse einer aufschlussreichen Forschungsarbeit veröffentlicht. Die Wissenschaftler hatten zwei große Personengruppen untersucht, von denen die eine angab, unter Elektrosmog zu leiden, die andere nicht. Die Versuchspersonen wurden nun elektromagnetischen Feldern ausgesetzt, dabei wurde gemessen, ob sich die elektrische Leitfähigkeit ihrer Haut ändert. Außerdem sollten sie notieren, ob sie das elektromagnetische Feld gespürt hätten. In keinem einzigen Fall konnte eine feldabhängige Änderung des Hautwiderstands festgestellt werden. Die Leitfähigkeit veränderte sich vielmehr dann, wenn ein Teilnehmer vermutete, dass das elektromagnetische Feld zugeschaltet wäre. Auch die Angaben zur Wahrnehmung des Felds durch die Versuchspersonen entsprachen einer Zufallsverteilung. Das Empfinden von 'Elektrosmog' scheint also eher von der subjektiven Erwartung einer Person abzuhängen. Die Forscher vermuten, dass die Erfahrung, auf alltägliche Unwägbarkeiten als Einzelner nur wenig Einfluss zu haben, eine wichtige Rolle spielt.

Den Forschungsbericht F5212 gibt es in Kürze hier.




Samstag, 6. März 2010


Chirurgische Instrumente, die sich gegen Krankheitskeime zur Wehr setzen; Kleidungsstücke, die Geruchsstoffe abbauen; Tabletten, die sekundenschnell wirken - Nanopartikel machen es möglich. Das sind kleinste Teilchen mit einem Durchmesser zwischen einem und hundert Nanometern. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. "Das ist schon sehr klein; Atome, die Grundbausteine des Alltags, sind nur noch zehnmal kleiner", erläutert eine Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Dimensionen.

Weil sie so klein sind, haben Nanopartikel ganz besondere Eigenschaften: Sie können als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen, sie reagieren aber auch selbst - oft heftig - mit ihrer Umgebung, und sie können biologische Strukturen durchwandern, z. B. wenn sie durch die Lunge in den Körper gelangen. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.

Bereits bei der Einführung von Nanotechnologien muss deshalb in den Unternehmen vorsorglich auch der Arbeitsschutz beachtet werden, empfiehlt Jürgen Milde von der DGUV. Über Nanopartikel am Arbeitsplatz, den aktuellen Stand der Forschung und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen informieren ausführlich die Seiten des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV. Beim Bundesumweltministerium hat sich die NanoKommission der deutschen Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern.




Montag, 28. Dezember 2009


Ob der Eid des Hippokrates wirklich von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kós im vierten Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde? Eher unwahrscheinlich. Trotzdem gilt der antike Text bis heute als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik.

Er enthält bereits eine klare Verpflichtung zu ärztlicher Verschwiegenheit: "Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren."

Eine modernere Version des ärztlichen Verhaltenskodex findet sich in der Genfer Deklaration des Weltärztebunds. Dort heißt es: "Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren."

Nicht nur historische Eidesformeln, sondern auch die Gesetze aufgeklärter Staaten begründen die Pflicht zu besonderer Verschwiegenheit (Ärztliche Schweigepflicht). Ihre Verletzung durch Ärzte oder das medizinische Hilfspersonal ist nach § 203 Strafgesetzbuch strafbar.




Donnerstag, 21. Mai 2009


Der weltweite Klimawandel ist das größte Gesundheitsrisiko im 21. Jahrhundert für alle Länder weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität London und der renommierten Fachzeitschrift 'The Lancet'. Leiter der Studie ist Professor Anthony Costello (UCL Institute for Global Health).

Danach sind die Prognosen der UN (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) für Treibgasemissionen, globale Temperaturerhöhung, Ansteigen der Meeresspiegel, Abschmelzen des Inlandeises, Versauerung der Ozeane und extreme Wetterereignisse eher untertrieben.

Verheerende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit drohen. Infektionen und durch Insekten übertragene Krankheiten, Tod durch Hitzewellen, häufige Wetterkatastrophen wie Stürme und Überschwemmungen, oder Völkerwanderungen in großem Maßstab, verbunden mit politischem Aufruhr, sind nur einige der vorhersehbaren Folgen.

Dringend benötigt werde eine neue Lobby, schreiben die Autoren: eine öffentliche Bewegung, die den Klimawandel als Gesundheitsthema aufgreift und die gesundheitlichen Vorteile einer Lebensweise mit niedrigem Kohlenstoffverbrauch (low-carbon lifestyle) propagiert. Dafür sollten sich alle akademischen und sozialen Disziplinen, Regierungen, Behörden, Organisationen und Gemeinden in allen Ländern gemeinsam engagieren.




Mittwoch, 28. Januar 2009


Der Fachverband der Arbeits- und Umweltmediziner in den USA (ACOEM) hat den designierten Gesundheitsminister der Regierung Obama aufgefordert, den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Sicherheit und Produktivität der Arbeitnehmer einerseits und der langfristigen Stabilität des Gesundheitssystems und der Wirtschaft der USA andererseits zu thematisieren.

Man stehe vor einer doppelten Herausforderung durch den Übergang von 80 Millionen Baby-Boomers in den Ruhestand und die Zunahme chronischer Krankheiten in den Vereinigten Staaten. "Das ist der 'Silber-Tsunami', der ernste Folgen für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Nation in einem globalisierten Wirtschaftssystem hat", sagt ACOEM-Präsident Robert R. Orford MD. Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer stehen in einem engen Zusammenhang, wie insbesondere die Forschung der letzten Jahre deutlich gemacht habe.

Der ACOEM-Vorschlag für eine Gesundheitsreform, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert, umfasst vier Grundsätze: Investitionen in Gesundheitsprogramme für Arbeitnehmer; Gesundheitlich vernetzte Betrachtung von Arbeitsplatz, Zuhause und Gemeinde; Finanzielle Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten von Arbeitnehmern; Vermehrte Fortbildung von Gesundheitsberufen in Präventionsstrategien für die Arbeitswelt.

Dr. Orford forderte die Politiker dringend auf, diese Grundsätze in die Agenda der Regierung Obama einzubringen.

Quelle: Press Release - ACOEM Urges Daschle to Address Workforce Health and Productivity Issues (Chicago, IL – Jan. 09, 2009)

(bearbeitet am 06.03.2009)




Montag, 11. August 2008


Fast jeder fünfte der jährlich rund 15 Millionen Frachtcontainer, die aus Übersee in deutschen Seehäfen eintreffen, ist vor dem Verschiffen mit hoch giftigen Gasen behandelt worden. Diese sollen verhindern, dass die Ladung verdirbt, und sie sollen Krankheitserreger und Schädlinge abtöten. Darüber hinaus haften an den Waren oft noch beträchtliche Mengen gesundheitsschädlicher Industriechemikalien, die aus dem Herstellungsprozess stammen und mit auf die Reise gegangen sind.

Entsprechend gefährlich wird es, wenn man die Container öffnet - nicht nur wegen der giftigen Chemikalien, sondern auch wegen Myriaden von Pilzen oder Bakterien, die beim unvorsichtigen Öffnen aufgewirbelt werden können. Das ist keineswegs nur im Containerhafen der Fall, sondern häufig erst beim Empfänger oder in einem Logistikzentrum, wo die Waren weiter verteilt werden.

Eigentlich müssen begaste Container nach international geltenden Vorschriften mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. Doch häufig fehlen diese Kennzeichnungen, oder sie sind mangelhaft. Und für Industriechemikalien oder Infektionserreger gibt es überhaupt keine international verbindlichen Regelungen. Ganz zu schweigen von Gefahren, die dem Empfänger durch verkeilte oder herabstürzende Teile der Ladung drohen.

Was tun?

Für alle, die bei ihrer Arbeit mit Frachtcontainern umgehen, sowie für Ärzte und Rettungsdienste, die bei Zwischenfällen helfen sollen, gibt es ein paar hoch informative Internetseiten:

Universitätsprofessur für Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Bürgerinfo und Bürgerservice der Hansestadt Hamburg

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA)




Samstag, 5. Juli 2008


Wir leben in einer komplexen Welt. Das ist an sich nichts Neues. Aber wir bekommen es heute immer mehr zu spüren. Das liegt - neben der Vielschichtigkeit und Vernetztheit technischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen - vor allem daran, dass wir immer schneller immer mehr Daten, Sinneseindrücke und Nachrichten zu verkraften haben, über deren Bedeutung und Relevanz wir nicht sicher sein können. Dieser Beschleunigung und Datenüberflutung sind immer mehr Menschen kaum noch gewachsen.

Unzureichend erkannte, verstandene und bewältigte Komplexität ruft bei den Menschen einerseits erhöhte Aktivität und gesteigerten Ressourcenverbrauch hervor (um die Situation in den Griff zu bekommen). Andererseits erzeugt sie Stress und Angst (wenn es nicht funktioniert). Hier beginnt nicht selten ein Teufelskreis: Stress und Angst schränken die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit dramatisch ein, und genau deshalb ist der Versuch, durch noch mehr Anstrengung mit dem Problem fertig zu werden, häufig zum Scheitern verurteilt. Die Folge: Noch mehr Stress und Angst, Verkennung der Realität, Burnout.

'Die Komplexitätsfalle' nennt die Kybernetikerin und Autorin Maria Pruckner dieses Phänomen. In ihrem gleichnamigen Buch macht sie auf unkonventionelle und spielerische Weise deutlich, wie sich komplexe Bedingungen auf den Menschen auswirken und wie man am besten damit umgeht.

Mehr über die Autorin, über das Management in komplexen Systemen und das Lösen von komplexen Problemen findet sich auf der Website http://www.mariapruckner.com.




Samstag, 17. Mai 2008


Zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt neben Malaria und Aids die Tuberkulose(Tb). Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich neun Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,7 Millionen sterben daran. Die Mehrzahl der Erkrankungsfälle wird in Südostasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beobachtet.

In Westeuropa wurde die Krankheit dank verbesserter Lebensbedingungen und wirksamer Medikamente fast vollständig zurückgedrängt. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, sagen Experten, die sich vor allem Sorgen wegen der zunehmenden Resistenz der Tb-Erreger gegen die früher wirksamen Arzneimittel machen. Außerdem habe sich die Krankheit in Osteuropa wieder stark ausgebreitet, nicht zuletzt durch Versäumnisse der Politik und mangelnde internationale Zusammenarbeit seit den 1990er Jahren.

In Deutschland erkrankten 2007 fast 5000 Menschen an Tuberkulose. Besonders betroffen sind Städte und Ballungsgebiete. Etwa die Hälfte der Kranken hat einen Migrationshintergrund.

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Betroffen ist in 85 Prozent der Fälle die Lunge. Die Tb kann aber auch alle anderen Organe befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt oder Haut.

Der beste Schutz vor Tuberkulose: An die Möglichkeit einer Erkrankung denken, sie frühzeitig diagnostizieren, Patienten falls nötig isolieren und richtig behandeln. Ausreichende Ernährung, gute allgemeine Gesundheit sowie ordentliche Arbeits- und Wohnverhältnisse spielen eine wichtige Rolle. Dem Schutz vor Ausbreitung der Infektion im Umfeld eines Tb-Patienten dienen in Deutschland besondere gesetzliche Vorschriften.

Über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen informiert ausführlich das Robert-Koch-Institut.




Montag, 8. Oktober 2007


Wer beim Umgang mit Lebensmitteln Handschuhe trägt, wäscht sich seltener die Hände. So die Beobachtung vieler Praktiker. Und wenn mit den selben Handschuhen außer der Wurst oder dem Käse auch das Papiergeld angefasst wird, verkehrt sich die hygienisch gemeinte Maßnahme ins glatte Gegenteil. Der Handschuh wird zum Umsteigebahnhof für Bazillen.

Nun ist es auch wissenschaftlich belegt: Das Arbeiten mit Einmalhandschuhen an Fleisch-, Wurst- und Käsetheken bringt für die Kunden keinen Gewinn an Hygiene, meldet die Pressestelle der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie verweist auf ein Forschungsprojekt der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG), der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (BGE) und des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA). Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich bereits nach fünfminütigem Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln alle möglichen Bakterien auf Handflächen, Handschuhen und Gerätschaften ansammeln. Daraufhin wurde geprüft, inwiefern diese Bakterienanreicherung von den Handschuhen oder von der bloßen Hand auf die Lebensmittel übertragen werden.

Das Ergebnis: Es konnte kein Unterschied zwischen der Arbeit mit Handschuhen oder mit bloßen Händen festgestellt werden. Für den Kunden hätten Einmalhandschuhe an Frischetheken somit keinerlei hygienischen Vorteil, so die Wissenschaftler. Vielmehr schaden die Handschuhe den Beschäftigten. Regelmäßig über längere Zeit getragen, erhöhen sie das Risiko einer Hauterkrankung. Wirklich reduzieren lässt sich die Keimzahl auf den Lebensmitteln nur durch den Gebrauch von Hilfsmitteln, z. B. Gabeln.




Samstag, 9. Dezember 2006


Betriebliche Suchtpräventionsprogramme sind seit 25 Jahren Bestandteil moderner Personalpolitik, heißt es im Vorwort einer neuen Publikation der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas 'Suchterkrankung' auf allen Hierarchieebenen und können suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte frühzeitig zur Therapie bewegen. Sie sind zugleich der wirksamste Weg, einen Großteil der Bevölkerung mit suchtpräventiven Maßnahmen zu erreichen. Sichtbare Erfolge sind die Reduzierung des Alkoholkonsums und des Rauchens am Arbeitsplatz.

Ebenso bedeutsam ist die betriebliche Intervention bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz. Je früher suchtgefährdeten oder suchtkranken Mitarbeitern Hilfe angeboten und eine Perspektive aufgezeigt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten für alle Beteiligten.

Kernelemente für ein betriebliches Suchthilfe- und Präventionsprogramm sind die Unterstützung durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, festgelegte Verantwortliche, ein Interventionskonzept bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz, die Qualifizierung der Führungskräfte sowie ein Beratungs- und Hilfeangebot des Betriebes für suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte.

Eine ausführliche Darstellung hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unter dem Titel Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe veröffentlicht.




Donnerstag, 5. Oktober 2006


Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 628 Fälle von Malaria. Davon verliefen sechs tödlich.

Im Vergleich mit afrikanischen Verhältnissen sind das kleine Zahlen: Weltweit gibt es jedes Jahr 300 Millionen akute Malariaerkrankungen, mehr als eine Million Menschen sterben jährlich daran. Rund 90 % dieser Todesfälle ereignen sich in Afrika, meistens handelt es sich um Kinder (WHO: Factsheet about Malaria).

Von dort wurde auch im vergangenen Jahr der größte Teil (88 %) der in Deutschland aufgetretenen Malariafälle importiert. Besonders viele Fälle traten bei Reisen in westafrikanische Länder und nach Kenia auf.

Der größte Teil der Erkrankten (etwa 75 %) hatte keinerlei Medikamente zur Prophylaxe verwendet – die anderen nahmen zwar etwas ein, aber oft nicht richtig. Zum Teil entsprachen die verwendeten Medikamente nicht den Empfehlungen für das Reiseland, zum Teil wurden die korrekt verordneten Mittel unregelmäßig, für zu kurze Zeit oder in falscher Dosierung angewendet.

Bei keinem der sechs Verstorbenen war eine angemessene Chemoprophylaxe nachzuvollziehen. Für zwei der sechs Fälle wurde die Diagnose Malaria erst nach dem Tod gestellt. In einem dieser Fälle wurde zuvor kein Arzt in Deutschland aufgesucht. Im zweiten Fall verstarb der Patient zwölf Stunden nach Krankenhausaufnahme.

Leider gibt es keine absolut typischen Malaria-Symptome: In ca. 90% der Fälle haben die Patienten Fieber, weniger häufig auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskel-Skelett-Beschwerden. Nur eine Laboruntersuchung erlaubt sicher die Diagnose oder den Ausschluss der Krankheit.

Tipps:

  • Kompetente reisemedizinische Beratung nutzen
  • Maßnahmen gegen Mückenstiche treffen
  • Vorbeugende Medikamente regelmäßig einnehmen
  • An die Möglichkeit einer Malaria-Erkrankung denken
  • Bei Verdacht umgehend einen Arzt aufsuchen
  • Weitere Informationen: Robert-Koch-Institut: Reiseassoziierte Infektionskrankheiten im Jahr 2005

    Fit for Travel: Malaria-Vorbeugung




    Montag, 4. September 2006


    Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 1540 Menschen an einer Berufskrankheit durch Asbest. Weltweit sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) jährlich bis zu hunderttausend vorzeitige Todesfälle auf Asbest zurückzuführen. Die Europäische Union und die ILO haben eine gemeinsame Initiative für ein weltweites Asbestverbot angekündigt.

    Früher war das Mineral Asbest wegen seiner vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten sehr beliebt, um hitzebeständige und feuerfeste Produkte herzustellen, z. B. Dichtungen, Baustoffe oder sogar Schutzkleidung. Schon in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts zeigten sich jedoch auch die verheerenden gesundheitlichen Folgen: Entzündungen und Vernarbungen des Lungengerüstes, Atemstörungen, Krebserkrankungen der Lunge und des Rippenfells, oft mit tödlichem Ausgang. In Deutschland ist der Gebrauch von Asbest seit 1993 verboten. Ein europaweites Verbot gibt es erst seit 2005.

    Wenn Asbestfasern in die Lunge eingedrungen sind, dauert es häufig 20 bis 30 Jahre, bis die Krankheit ausbricht. Den Höhepunkt der Erkrankungswelle erwarten Experten deshalb erst für die Jahre 2010 bis 2015. "Umso wichtiger werden daher Vorsorge und Früherkennung", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG).

    Bei der Demontage alter Industrieanlagen oder bei der Altbausanierung ist Asbest nach wie vor für den Arbeitsschutz relevant. Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter mit geeigneten Schutzausrüstungen und vor allem mit Informationen zum sicheren Umgang mit Asbest versorgen.

    Obwohl die tödliche Gefahr längst bekannt ist, werden noch immer jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen Asbest produziert, so Breuer. "Es ist höchste Zeit, dass wir hier endlich Fortschritte machen. Je länger die Weltgemeinschaft zögert, dem ein Ende zu setzen, desto verheerender werden die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen sein." In Deutschland beispielsweise wendet die gesetzliche Unfallversicherung jährlich mehr als 300 Millionen Euro für die Heilbehandlung und Entschädigung von asbestgeschädigten Arbeitnehmern auf. In anderen Industrieländern gehen die Entschädigungssummen mitunter in die Milliarden. Breuer: "Diese Asbestkatastrophe sollte anderen Ländern eine Warnung sein."

    Weitere Informationen:

    Fachinformationen des BGIA zum Thema Asbest an Arbeitsplätzen (Exposition, Prävention, Berufskrankheiten)

    Europäische Asbestkampagne




    Dienstag, 15. August 2006


    Was zwischen Augenlid und Großhirnrinde geschieht und uns bewusst etwas sehen lässt - die visuelle Wahrnehmung - ist höchst komplex und wissenschaftlich ein äußerst spannendes Forschungsgebiet. Das zeigen z. B. die Ergebnisse der alljährlichen 'Tübinger Wahrnehmungskonferenzen'.

    Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind auch und gerade im Arbeitsalltag wichtig. Ein Beispiel: Nicht nur das gezielte Betrachten der Informationen auf einem Bildschirm kostet Energie (abends ist man müde), sondern auch das Herausfiltern unerwünschter Seheindrücke wie etwa Spiegelungen auf der Oberfläche des Monitors. Gehirn und Wahrnehmungsprozesse werden durch unergonomische Lichtverhältnisse permanent mit unnötiger Arbeit belastet, die Produktivität sinkt, Verspannungen nehmen zu.

    Elmar Kühl und Harald Siekmann vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz haben jetzt neue Untersuchungsergebnisse vorgelegt, aus denen sich ganz praktische Kriterien für die Gestaltung der Beleuchtung ableiten lassen, um Reflexblendungen bei der Bildschirmarbeit zu vermeiden. Sie zeigen auch die Zusammenhänge zwischen den Darstellungskontrasten und der Erkennbarkeit von Texten. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die einschlägige Norm DIN EN ISO 9241-7 nicht mehr dem heutigen Erkenntnisstand entspreche und überarbeitet werden sollte. (BGIA-Report 5/2006: Blendung an Bildschirmarbeitsplätzen)




    Mittwoch, 21. Juni 2006


    Bei der Herz-Kreislauf-Wiederbelebung im Rahmen der Ersten Hilfe gilt die alte "ABC-Regel" nicht mehr: Erkennt der Ersthelfer nicht sicher, daß ein Patient atmet, ist unmittelbar mit der cardiopulmonalen Reanimation (CPR) zu beginnen. Auf die bislang obligatorische Pulskontrolle wird verzichtet, da sie zu viel Zeit kostet. Die Beatmung erfolgt nun grundsätzlich erst nach 30-maliger Herzdruckmassage. Das Verhältnis Druckmassagen zu Beatmungen wurde neu auf 30:2 festgelegt und ist sowohl für Erwachsenen- als auch für Kinderreanimationen verbindlich. Dabei soll einfach die Mitte des Brustkorbs mit einer Frequenz von 100/min komprimiert werden, das aufwändige Suchen des Druckpunkts entfällt. Bei der vorzuziehenden 2-Helfer-Methode soll alle 2 Minuten gewechselt werden, da der 30:2-Rhythmus sehr anstrengend ist.

    Wesentliche Änderungen gibt es auch bei der automatischen externen Defibrillation (AED). Bei einem beobachteten Kreislaufstillstand soll sofort defibrilliert, bei länger als etwa fünf Minuten zurückliegendem Kollaps jedoch zunächst mit der Basisreanimation begonnen werden. Die dreimalige Defibrillation und die Steigerung der Defibrillations-Energie wurden verlassen. Wegen dieser und weiterer Vorgaben müssen zukünftig sprachgeführte AED-Geräte umprogrammiert werden.

    Die Neufassung der Empfehlungen wurde als notwendig angesehen, weil bisher nur 10 Prozent der Reanimationen erfolgreich verlaufen - Analysen ergaben unter anderem, dass in 80 Prozent am Notfallort anwesende Zeugen nicht bereit und fähig waren, erste Maßnahmen zu ergreifen.

    Die neuen Eckpunkte für die Reanimation, die auf den Richtlinien des ERC (European Resuscitation Council) basieren, wurden im April 2006 vom Vorstand der Bundesärztekammer verabschiedet. Sie sind damit für Deutschland verbindlich. Ausführlich beschreibt sie Professor Peter Sefrin in der Ärztezeitung Online.






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