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Politik
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Freitag, 17. Mai 2013


Wir leben länger. Wir werden weniger. Wir werden vielfältiger. Drei Megatrends und gleichermaßen drei Handlungsfeldern widmen die Forschungsinitiative 'Wissenschaft im Dialog (WiD)' und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2013 besondere Aufmerksamkeit.

Zur Forschungsagenda gehören unter anderem die Fragen: In welcher Gesellschaft wollen wir künftig leben? Wie bringen wir uns auch im Alter in Wirtschaft und Gesellschaft ein? Wie bleiben wir länger gesund?

Für die Arbeitswelt bringt der demografische Wandel tiefgreifende Veränderungen mit sich. Das haben mittlerweile nicht nur Forscher erkannt, sondern auch viele Manager und Unternehmer. Auf der Website www.demografische-chance.de finden sich Statements aus Wissenschaft und Praxis. Spezielle Dossiers behandeln die Themen 'Arbeitswelten' sowie 'Gesundheit und Pflege'.




Freitag, 28. Dezember 2012


Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) widmet sich vier strategischen Themenfeldern: Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz. Die entscheidende Frage für die INQA ist dabei: Wie kann Arbeit für Unternehmen rentabel und für Beschäftigte gesund, motivierend und attraktiv gestaltet werden?

Ob und wie sich Unternehmen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesichts alternder Belegschaften, längerer Lebensarbeitszeit, dem Wettbewerb um Fachkräfte, zunehmend komplexer Arbeitsprozesse und der Pluralisierung von Lebensläufen profitiere das Unternehmen als Ganzes, so die INQA, von einem ganzheitlich ausgerichteten Gesundheitsmanagement: durch weniger Personalfluktuation, engagierte Mitarbeiter und weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten. Wenn die Arbeit auf der Grundlage arbeits- und gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse gestaltet werde, seien deutliche Produktivitätssteigerungen möglich. Die Attraktivität des Arbeitgebers nehme zu. Gesundheit sei mehr als Unfallfreiheit und Anwesenheit im Betrieb.

Auf ihren Internetseiten bietet die INQA eine ganze Reihe von Handlungshilfen, Checklisten, Leitlinien und Konzepten, etwa einen Test zur Standortbestimmung im demographischen Wandel oder den Unternehmenscheck "Guter Mittelstand". Die INQA wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.




Donnerstag, 1. September 2011


Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung und Rolf Fricker, Partner Booz & Co., erläutern bei einer Pressekonferenz am 8. Juni 2011 die Highlights der Ergebnisse.




Wettbewerbsfähigkeit durch betriebliche Gesundheitsvorsorge – das bestätigt jetzt eine aktuelle Studie der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Zentrales Ergebnis: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt und sollte ausgebaut werden. Dr. Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Der Betriebsarzt kann eine enorm wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gesundheitskultur in einem Unternehmen zu verändern." Die vorbeugende, präventive Medizin sollte zu einer zentralen Säule unseres Gesundheitswesens werden, fordern führende Arbeitsmediziner seit langem. Maar: "Moderne Betriebsmedizin muss sich auch um die Prävention und Früherkennung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder das Burn-out-Syndrom kümmern.“

Die Studie von Booz & Company gibt es online bei der Felix-Burda-Stiftung.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) haben nun einen Appell an die Politik formuliert: "Wir ermutigen die politisch Gestaltenden dazu, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt der Reform des Gesundheitswesens zu stellen", heißt es auf der Website JobFit, auf der man die Petition auch persönlich unterstützen kann.




Dienstag, 15. März 2011


"Bei der Sicherheit geht es nur mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Das war immer so, ist heute so und wird immer so sein", schreibt Gerd Antes angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan. Antes ist Mathematiker und Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums am Institut für Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Risiko ist definiert als die Möglichkeit, dass etwas von geplanten Zielwerten abweicht. Es resultiert aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Risiken können auch als 'Streuung' um einen Erwartungs- oder Zielwert betrachtet werden. Bewerten kann man Risiken immer nur im Zusammenhang mit dem, was man plant: Mögliche Abweichungen von den geplanten Zielen stellen Risiken dar. Mathematisch werden Risiken häufig definiert als Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dem Schaden, den dieses anrichtet (Quelle: RiskNet).

Wer sich mit Risiken und Sicherheit beschäftigt, kommt um eine solche Bewertung nicht herum. Ob es sich um Arbeitsunfälle handelt oder um das Durchgehen von nuklearen Prozessen - die Frage muss entschieden werden: Welchen Schaden sind wir bereit zu akzeptieren, wenn es schief geht? Das sollte man den Menschen auch so sagen. Damit sie erkennen, worauf es bei solchen Entscheidungen ankommt, und ihren eigenen Verstand gebrauchen können.

Mehr zum Thema Risiko und Risikobewusstsein: http://www.risknet.de




Donnerstag, 18. Februar 2010


Ach, was wurde man vor zehn Jahren noch belächelt, wenn man alte Kaufmannstugenden ins Gespräch brachte. Mittlerweile ist Ehrbarkeit offenbar wieder in.

"Bereits im Mittelalter wurde in Kaufmannshandbüchern der 'wahre und ehrliche Kaufmann' gepriesen", erinnert uns Bundespräsident Horst Köhler. Sogar eine eigene Website gibt es zu dem Thema: Das Institut für Management an der Humboldt-Universität zu Berlin publiziert sie unter www.der-ehrbare-kaufmann.de.

Wenigstens in Ansätzen wird dort auch auf das Problem eingegangen, unter welchen allgemeinen Systembedingungen es mit der Ehrbarkeit denn funktionieren könnte. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach jedenfalls hält von moralischen Appellen in diesem Zusammenhang nicht viel: "Ich kann das Wort Gier schon nicht mehr hören. Nicht individuelles Versagen, sondern ein korrumpiertes System hat die Krise verursacht, auch wenn man zur Ablenkung Sündenböcke, also die angeblich gierigen Manager, ausfindig macht."




Donnerstag, 21. Mai 2009


Der weltweite Klimawandel ist das größte Gesundheitsrisiko im 21. Jahrhundert für alle Länder weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität London und der renommierten Fachzeitschrift 'The Lancet'. Leiter der Studie ist Professor Anthony Costello (UCL Institute for Global Health).

Danach sind die Prognosen der UN (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) für Treibgasemissionen, globale Temperaturerhöhung, Ansteigen der Meeresspiegel, Abschmelzen des Inlandeises, Versauerung der Ozeane und extreme Wetterereignisse eher untertrieben.

Verheerende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit drohen. Infektionen und durch Insekten übertragene Krankheiten, Tod durch Hitzewellen, häufige Wetterkatastrophen wie Stürme und Überschwemmungen, oder Völkerwanderungen in großem Maßstab, verbunden mit politischem Aufruhr, sind nur einige der vorhersehbaren Folgen.

Dringend benötigt werde eine neue Lobby, schreiben die Autoren: eine öffentliche Bewegung, die den Klimawandel als Gesundheitsthema aufgreift und die gesundheitlichen Vorteile einer Lebensweise mit niedrigem Kohlenstoffverbrauch (low-carbon lifestyle) propagiert. Dafür sollten sich alle akademischen und sozialen Disziplinen, Regierungen, Behörden, Organisationen und Gemeinden in allen Ländern gemeinsam engagieren.




Freitag, 6. März 2009


Um sich und ihre Familien gegen Invalidität und Tod zu versichern, gründeten Zünfte und Gilden schon im ausgehenden Mittelalter Versicherungen auf Gegenseitigkeit. Im 19. Jahrhundert entstanden freiwillige, private Sozialversicherungen der Gewerkschaften und der kirchlichen Arbeiterverbände. Am 6. Juli 1884 beschloss der deutsche Reichstag das erste Unfallversicherungsgesetz (das durch die Reichsversicherungsordnung von 1911 erweitert wurde und letzten Endes in das deutsche Sozialgesetzbuch einging).

Seither sind die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Zusammen versichern sie über 70 Millionen Menschen gegen Unfälle und Berufskrankheiten bei der Arbeit, in der Schule sowie im Ehrenamt. Die gesetzliche Unfallversicherung wird ausschließlich aus Beiträgen der Arbeitgeber finanziert. Diese werden im Gegenzug von der Haftung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten freigestellt, müssen sich aber an Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften halten.

Diese Pflichtversicherung der Arbeitgeber ist mit dem Europarecht vereinbar, hat nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Sie verstoße nicht gegen die europäischen Wettbewerbsbestimmungen. Auch die Mehrheit der Arbeitgeberverbände in Deutschland hat sich wiederholt für das bestehende, paritätisch verwaltete System ausgesprochen. In einem alternativen, gewinnorientierten Versicherungssystem müssten vor allem kleine Betriebe mit steigenden Prämien rechnen, und Unternehmen mit hohen Risiken könnten vielleicht gar keine Versicherung finden.




Mittwoch, 28. Januar 2009


Der Fachverband der Arbeits- und Umweltmediziner in den USA (ACOEM) hat den designierten Gesundheitsminister der Regierung Obama aufgefordert, den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Sicherheit und Produktivität der Arbeitnehmer einerseits und der langfristigen Stabilität des Gesundheitssystems und der Wirtschaft der USA andererseits zu thematisieren.

Man stehe vor einer doppelten Herausforderung durch den Übergang von 80 Millionen Baby-Boomers in den Ruhestand und die Zunahme chronischer Krankheiten in den Vereinigten Staaten. "Das ist der 'Silber-Tsunami', der ernste Folgen für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Nation in einem globalisierten Wirtschaftssystem hat", sagt ACOEM-Präsident Robert R. Orford MD. Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer stehen in einem engen Zusammenhang, wie insbesondere die Forschung der letzten Jahre deutlich gemacht habe.

Der ACOEM-Vorschlag für eine Gesundheitsreform, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert, umfasst vier Grundsätze: Investitionen in Gesundheitsprogramme für Arbeitnehmer; Gesundheitlich vernetzte Betrachtung von Arbeitsplatz, Zuhause und Gemeinde; Finanzielle Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten von Arbeitnehmern; Vermehrte Fortbildung von Gesundheitsberufen in Präventionsstrategien für die Arbeitswelt.

Dr. Orford forderte die Politiker dringend auf, diese Grundsätze in die Agenda der Regierung Obama einzubringen.

Quelle: Press Release - ACOEM Urges Daschle to Address Workforce Health and Productivity Issues (Chicago, IL – Jan. 09, 2009)

(bearbeitet am 06.03.2009)




Sonntag, 12. Oktober 2008


Die Weltwirtschaft verliert mehr Geld durch die Vernichtung von Wäldern als durch die gegenwärtige Bankenkrise. Die jährlichen Kosten für den Verlust an Wald betragen zwischen zwei und fünf Billionen US-Dollar. Die Zahl ergibt sich, wenn der Dienst, den Wälder in unterschiedlichster Weise für die Menschen leisten, bewertet und in Geld ausgedrückt wird. Dazu gehören etwa die Versorgung mit sauberem Wasser und die Aufnahme von Kohlendioxid.

So lautet eines der Ergebnisse der Studie 'Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität (The Economics of Ecosystems and Biodiversity – TEEB)', die von der EU und der deutschen Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Sie wird von dem Ökonomen Pavan Sukhdev geleitet. Sukhdev hat für diese Aufgabe ein 'Sabbatical' von seiner bisherigen Arbeit genommen: Bis vor kurzem war er Head of Global Markets der Deutschen Bank in Indien.

"Während die Wall Street nach verschiedenen Berechnungen bis heute 1 bis 1,5 Billionen Dollar im Finanzsektor verloren hat, ist es Realität, dass wir bei der gegenwärtigen Rate Naturkapital von mindestens 2 bis 5 Billionen Dollar pro Jahr verlieren", sagte er auf der Weltnaturschutzkonferenz in Barcelona dem britischen Sender BBC. "Das ist nicht nur mehr, sondern auch noch fortlaufend. Es passiert jährlich, Jahr für Jahr."

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Zahlen: Wenn die Wälder schwinden, hört die Natur auf, uns Dienste zu leisten, die sie normalerweise immer kostenlos erbrachte. Dann müssen die Menschen sie entweder selbst erbringen, vielleicht durch den Bau von Wasserreservoirs, Einrichtungen zur Abscheidung von Kohlendioxid oder den Anbau von Rohstoffen, die vorher von selbst in der Natur vorkamen. Oder wir müssen ohne sie auskommen. So oder so sind damit Kosten verbunden.




Freitag, 3. Oktober 2008


Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern künftig gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, ohne dass vom Finanzamt in einer aufwendigen Einzelfallprüfung entschieden werden muss, ob die Präventionsmaßnahme zum Arbeitslohn zählt oder nicht.

Dieser bürokratische Aufwand soll nämlich mit dem Jahressteuergesetz 2009 entfallen. Leistungen des Arbeitgebers, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, werden bis zu einem Betrag von 500 Euro grundsätzlich von der Steuer freigestellt. Das Jahressteuergesetz ist vom Kabinett beschlossen worden und soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Die geförderten Maßnahmen müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des SGB V entsprechen. In Frage kommen beispielsweise betriebliche Angebote zur Ernährung oder Stressbewältigung, körperliche Ausgleichstrainings, Nichtraucherkurse, Programme zum Umgang mit psychosozialen Belastungen und anderes mehr.

Mehr zum Thema findet sich zum Beispiel auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (edit 05.12.2008).




Samstag, 17. Mai 2008


Zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt neben Malaria und Aids die Tuberkulose(Tb). Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich neun Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,7 Millionen sterben daran. Die Mehrzahl der Erkrankungsfälle wird in Südostasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beobachtet.

In Westeuropa wurde die Krankheit dank verbesserter Lebensbedingungen und wirksamer Medikamente fast vollständig zurückgedrängt. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, sagen Experten, die sich vor allem Sorgen wegen der zunehmenden Resistenz der Tb-Erreger gegen die früher wirksamen Arzneimittel machen. Außerdem habe sich die Krankheit in Osteuropa wieder stark ausgebreitet, nicht zuletzt durch Versäumnisse der Politik und mangelnde internationale Zusammenarbeit seit den 1990er Jahren.

In Deutschland erkrankten 2007 fast 5000 Menschen an Tuberkulose. Besonders betroffen sind Städte und Ballungsgebiete. Etwa die Hälfte der Kranken hat einen Migrationshintergrund.

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Betroffen ist in 85 Prozent der Fälle die Lunge. Die Tb kann aber auch alle anderen Organe befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt oder Haut.

Der beste Schutz vor Tuberkulose: An die Möglichkeit einer Erkrankung denken, sie frühzeitig diagnostizieren, Patienten falls nötig isolieren und richtig behandeln. Ausreichende Ernährung, gute allgemeine Gesundheit sowie ordentliche Arbeits- und Wohnverhältnisse spielen eine wichtige Rolle. Dem Schutz vor Ausbreitung der Infektion im Umfeld eines Tb-Patienten dienen in Deutschland besondere gesetzliche Vorschriften.

Über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen informiert ausführlich das Robert-Koch-Institut.




Montag, 3. September 2007


Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wurde 1996 eingerichtet. Sie soll die Aufklärungsarbeit der in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten für Sicherheit und Gesundheitsschutz zuständigen Stellen unterstützen. Die Abkürzung OSHA steht für Occupational Safety and Health Agency.

An ihrem Sitz in Bilbao (Spanien) beschäftigt die OSHA ein eigenes Team von Fachleuten. Organisatorisch sind Vertreter von Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen beteiligt.

Zu den Werbekampagnen der Agentur zählt die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die sich im Oktober 2007 mit der Prävention und Rehabilitation bei Muskel- und Skeletterkrankungen beschäftigt.

Die OSHA hilft bei der Auslegung der europäischen Gesetzgebung zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Eine europäische Beobachtungsstelle für Risiken hat die Aufgabe, neu aufkommende Risiken in der Arbeitswelt zu ermitteln.

Auf der Website der OSHA werden neben einer Fülle von Informationen auch praktische Tools angeboten, z. B. Suchwerkzeuge oder automatische Benachrichtigungen, wenn neue Nachrichten zu selbst wählbaren Themen erscheinen.




Dienstag, 10. April 2007


Die Meldung des Chaos Computer Clubs (CCC) von Anfang April machte wie ein Lauffeuer die Runde: Nach intensiver Analyse äußerte der CCC den Verdacht, dass über die staatliche Steuererklärungs-Software ELSTER der sogenannte Bundestrojaner verbreitet wird.

Es geht um die Pläne von Regierungskreisen, heimlich die Inhalte der Computer ihrer Bürger zu durchsuchen. Sie beschäftigen Öffentlichkeit und Medien schon seit einigen Monaten: "Ein unvorsichtig geäußerter Gedanke im Chat könnte in Zukunft einen Besuch des Bundeskriminalamtes zur Folge haben. Nicht per Durchsuchungskommando, sondern womöglich ohne dass der verdächtige Internet-Nutzer etwas merkt", schreibt etwa Jörg Donner in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Allerdings dürfte die Obrigkeit bei der Umsetzung des Vorhabens auf eine ganze Reihe von Problemen stoßen. "Letztlich ergibt sich durch den Bundestrojaner für die Behörden ein unlösbarer Interessenkonflikt", kommentiert Jürgen Schmidt in seinem ebenfalls sehr lesenswerten Artikel bei Heise Security. Einerseits forderten und förderten sie Sicherheitsmaßnahmen – und auf der anderen Seite seien es genau diese Sicherheitsmaßnahmen, die ihnen den Zugriff auf die gewünschten Information verwehren. Außerdem wären die potenziellen Zielpersonen staatlich angeordneter Überwachungsmaßnahmen wohl unter den Ersten, die sich dagegen zu schützen wissen.

Wie ernst das Thema ist, macht zum Beispiel Thilo Weichert, der Leiter des Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein deutlich. Und der bayerische Datenschutz-Beauftragte Karl Betzl warnt vor Schadensersatzklagen, wenn die amtliche Spyware das EDV-System eines Unternehmens beschädigt oder Geschäftsgeheimnisse in die falschen Hände geraten.

Ach so, die Meldung des Chaos Computer Clubs war übrigens ein Aprilscherz.




Montag, 5. Februar 2007


Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt steht auch beim Weltwirtschaftsforum, dem Vertreter der 1000 global führenden Unternehmen, Wirtschaftspolitiker und andere Entscheidungsträger angehören, ziemlich weit oben auf der Tagesordnung.

Ihre Initiative ‘Working Towards Wellness’ soll das Engagement in der Geschäftswelt zur Vorbeugung gegen chronische Krankheiten fördern, Wirtschaftsführer vom Sinn der Gesundheitsförderung für ihre Arbeitnehmer überzeugen und Unternehmen bei deren praktischer Umsetzung helfen.

Vor kurzem wurde zu diesem Thema ein Report veröffentlicht, der unter anderem zu folgenden Ergebnissen kommt:

Arbeitsplatz als wichtiger Ort für Prävention: Arbeitnehmer verbringen heutzutage mehr Zeit bei der Arbeit, und Arbeitgeber können Verhaltensweisen beeinflussen, indem sie förderliche Rahmenbedingungen schaffen, die vorhandene Infrastruktur ausnutzen und kostengünstige, aber effiziente Maßnahmen anbieten.

Produktivitätssteigerung: Vorsichtige Schätzungen des Nutzens durch die allgemeine Gesundheitsförderung einer Belegschaft ergeben eine wahrscheinliche jährliche Rendite von drei zu eins oder mehr.

Markt der Talente: Gesundheitsfürsorge, Work-Life-Balance und Sozialleistungen tragen dazu bei, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und neue Talente anzuziehen. Gleichzeitig können Gesundheitsprogramme die Risiken mildern, die alternde Belegschaften mit sich bringen.

Markenzeichen: Das Wohlergehen von Mitarbeitern und Kunden entwickelt sich zu einem Schlüsselthema in den Corporate-Social-Responsibility- Reports multinationaler Unternehmen.

Die Studie wurde von der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers betreut.




Mittwoch, 19. Oktober 2005


So lautet das Thema der 5. Sprockhöveler Gespräche, die am 25. und 26. November 2005 im IG-Metall-Bildungszentrum Sprockhövel stattfinden. Die Tagungsreihe ist speziell dem Dialog von Gewerkschaftern und Arbeitsmedizinern gewidmet.

Die Gefährdungsbeurteilung, also die Beurteilung der Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten, hat in der novellierten Gefahrstoffverordnung einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Nur noch Fachärzte mit eingehender Kenntnis der betrieblichen Verhältnisse dürfen mit Vorsorgeuntersuchungen beauftragt werden. Und Arbeitgeber werden angehalten, das Know-How von Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit gezielt zu nutzen.

"Das Beispiel der Gefahrstoffverordnung sollte Schule machen!" findet Dr. Wolfgang Hien, Referatsleiter Arbeits- u. Gesundheitsschutz beim DGB-Bundesvorstand in Berlin. Er hält bei der Tagung in Sprockhövel das einführende Grundsatzreferat.

Neu (12. November 2005): Die geplante Veranstaltung wurde leider abgesagt.




Montag, 3. Oktober 2005


"Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen", sagt - Friedrich Nietzsche zitierend - Manfred Lütz, psychiatrischer Chefarzt in Köln, Psychotherapeut und katholischer Theologe. Damit bezieht er Stellung gegen das Verhältnis unserer heutigen Gesellschaft zur Gesundheit, das er als säkularisierte Form von Religion charakterisiert: Gesundheit werde als 'das höchste Gut' betrachtet, dem alles andere unterzuordnen sei. Kein Wunder, dass sich daran bisher jeder Gesundheitsminister die Zähne ausgebissen habe.

Als Gegenentwurf schlägt er eine Art barock-katholischer Einstellung vor, die einerseits nicht vor lauter Vorbeugung die Lebenslust vergesse, andererseits unvermeidliches Leiden oder Behinderungen bewusst akzeptiere. Heil finde man nicht im Gesundheitskult, sondern in der Religion. 'Lebenslust' heißt auch sein satirisches und unterhaltsames Buch "wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult" - Klaus Berger von der FAZ hat es ausführlich rezensiert.

Sogar mit Sigmund Freud dürfte - bei allen Gegensätzen - der Katholik und Psychotherapeut Lütz in einem Punkt übereinstimmen: 'Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können'.




Dienstag, 26. Juli 2005


Die von der Bundesregierung geförderte 'Initiative Partner für Innovation' hat nach einjähriger Tätigkeit erste Zwischenergebnisse präsentiert.

So gibt es zum Thema 'Wissensträger Mensch' nun eine von Christa Dahme und Walter Ganz herausgegebene Zwischenbilanz mit dem Titel "Innovationen werden von Menschen gemacht". Darin spielen Arbeitsorganisation, Gesundheit und Qualifizierung eine wichtige Rolle - nicht zuletzt angesichts der demographischen Entwicklung, die Anstrengungen erfordert, um betriebliches Know-How zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben.

Der Initiative gehören Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften an. In ihrem Mission-Statement heißt es: "Wir wissen, dass Innovationskraft eine traditionelle Stärke Deutschlands ist. Doch muss unser Land noch innovativer werden, um weiterhin zur Weltspitze zu gehören. Pessimismus und überhöhtes Risikodenken lähmen Deutschland und die Umsetzung von Ideen in marktfähige Technologien. Wir brauchen mehr Offenheit gegenüber dem Neuen und der Veränderung, mehr Optimismus, ein mutiges Unternehmertum und ein Klima für Wachstum."

Das Büro der Initiative wird vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) betreut.




Freitag, 8. Juli 2005


Betriebsärztliche Beratung nützt den Unternehmen, sei es beim Wiedereingliederungsmanagement für Arbeitnehmer nach SGB IX, der objektiven Beurteilung gesundheitlicher Belastungen, der Gestaltung der Arbeitsbedingungen oder der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit Älterer vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Darüber herrschte Übereinstimmung bei einem Meinungsaustausch zwischen dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Dr. Dieter Hundt und dem Präsidenten des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) Dr. Wolfgang Panter, der am 5. Juli in Berlin stattfand.

Panter wies darauf hin, dass die Betriebsärzte die einzige Arztgruppe mit einer engen und vertrauensvollen Bindung an den Betrieb sind. Er freue sich, dass die BDA den VDBW als Partner für ein leistungsfähiges betriebliches Umfeld sieht. Dies werte er als wichtigen und aktiven Standortvorteil für Deutschland.

Neben der ärztlichen Qualifikation sind genaue Kenntnisse des Gesundheits- und Sozialversicherungssystems sowie das Verständnis wirtschaftlicher und betrieblicher Prozesse Voraussetzung für eine effiziente Beratung, die sich am Wohl des Unternehmens orientiert.




Donnerstag, 26. Mai 2005


Belegschaften werden in den nächsten vier Jahrzehnten dreimal so schnell altern wie bisher. Dieser Prozess konzentriert sich auf die Jahre bis 2020. Dann ist mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen älter als 50, und es gibt erstmals mehr 50-Jährige als 30-Jährige in den Betrieben. Häufig werden die meisten Mitarbeiter ein und derselben Altersgruppe angehören.

Aus dieser unzweifelhaften Prognose ergeben sich für die Unternehmen neue Aufgaben. Zum einen ist eine Personalpolitik gefordert, die altersgemischte Teams sicherstellt, damit auch in Zukunft die vorhandenen Kenntnisse und Kompetenzen an Jüngere transferiert werden können.

Zum anderen wird die betriebliche Gesundheitsförderung ein neuer Schwerpunkt. Dazu gehören ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, klassische Arbeitsschutzmaßnahmen, Fitnessprogramme, optimierte Arbeitsabläufe, individuelle Gestaltung der Erwerbsbiographie (bei Jobs mit begrenzter Tätigkeitsdauer vorausschauende Planung eines Wechsels in andere Jobs) - zusammengefasst: der Aufbau eines systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagements unter bewusster Einbeziehung der Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung.

Führungskräfte werden häufiger vor der Aufgabe stehen, das Leistungsvermögen älterer Mitarbeiter realistisch einzuschätzen, deren Leistung anzuerkennen, aber auch Leistungsdefizite zu thematisieren und auf kooperative Weise Lösungen zu finden.

Ausführliche Informationen zum Thema publiziert die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Eine von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Sozialversicherungsträgern geförderte Kampagne soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und mobilisieren: Demographischer Wandel und Beschäftigung - Plädoyer für neue Unternehmensstrategien.




Montag, 31. Januar 2005


Das Sozialgericht Frankfurt am Main hat heute eine Klage gegen das Monopol der gesetzlichen Unfallversicherung in erster Instanz abgewiesen, meldet Haufe im Arbeitsschutz-Portal www.arbeitsschutz-office.de.

Die einschlägigen Regelungen des Europarechts böten keine Grundlage , um das öffentlich-rechtliche System der Berufsgenossenschaften - wie vom Kläger gefordert - abzuschaffen. Das Urteil des SG Frankfurts ist das erste in einer Reihe ähnlicher Verfahren. Besonders die Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) versucht, das Unfallversicherungsmonopol der Berufsgenossenschaften (BG) über den Umweg des Europarechts zu Fall zu bringen. Die Alternative heißt Privatisierung.

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt dagegen hält eine Privatisierung der Berufsgenossenschaften nicht für sinnvoll. Er sehe darin keine Möglichkeit für eine finanzielle Entlastung der Arbeitgeber, sagte er in einem Interview mit BG-Press. "Erfahrungen aus dem Ausland zeigen eher das Gegenteil. Ich kann auch nicht erkennen, wie in einem privaten System Berufskrankheiten mit teilweise jahrzehntelangen Latenzzeiten (z.B. bei asbestbedingten Erkrankungen) abzusichern sind und wer die bestehenden Kosten aus Unfällen und Berufskrankheiten in Höhe von mindestens 50 Milliarden Euro übernimmt", sagte Hundt.




Freitag, 21. Januar 2005


"... ist die intellektuelle, motivationale und integrative Leistung aller Mitarbeiter", definiert der Human-Capital-Club e. V., eine seit 2002 bestehende Vereinigung von Wirtschaftspsychologen und Managern. Humankapital entsteht aus den Elementen Expertenwissen, Kreativität, Organisation, Leistungsbereitschaft, Arbeitsklima, Zufriedenheit, Gesundheit, Führung, Integrität und Kooperation in einem Unternehmen - so der Club. Er fordert, die Entwicklung des Humankapitals zum Unternehmensziel zu machen. Es soll den gleichen Stellenwert in der Unternehmensbewertung erhalten wie das Finanzkapital.

Da sollte, wem die Menschen in einem Unternehmen am Herzen liegen, dasselbe doch im Leibe lachen, dachten wir bisher. Aber ach:

Nun hat eine Jury von Sprachkritikern beschlossen, den Begriff 'Humankapital' als Unwort des Jahres zu geißeln, das sachlich grob unangemessen sei und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletze, wie ihren "Informationen zu einer sprachkritischen Aktion" zu entnehmen ist. Der Gebrauch dieses Wortes fördere die primär ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge. Es degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen, heißt es in einer Medienmitteilung.

So wird eine Bezeichnung, die gerade den nicht-monetären Werten in Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Beachtung hätte verhelfen sollen, öffentlichkeitswirksam abgemurkst. Unter die Guillotine! hören wir sie rufen. Weh dem, der künftig noch das 'Unwort' in den Mund nimmt. Vielleicht muss sich der Human-Capital-Club umbenennen. Dabei ist die Idee, die dahintersteckt, doch interessant, oder?




Sonntag, 19. Dezember 2004


Für Ernährungsbewusste scheinbar wie gerufen kommen die neuesten Produkte der Lebensmittelindustrie, etwa das Joghurt mit "nur 0,1 Prozent Fett", oder die fettarme Milch, die hilft, "den Cholesterinspiegel zu senken".

Was mit angeblichem Gesundheitsvorteil vermarktet wird, ist jedoch nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. 'Fettarm'-Produkte enthalten oft sehr viel Zucker oder andere aufbereitete Kohlenhydrate, also Energieträger. Je höher der Energiegehalt, desto größer das Risiko der Gewichtszunahme. Wer sich auf weniger fettreiche Kost umstellen will, trifft die bessere Wahl mit einem höheren Anteil von Gemüse, Früchten und Vollkorngetreide. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung von Helen La Fontaine und Boyd Swinburn an der australischen Deakin University.

Noch problematischer sind Milchprodukte oder Margarine, die den Cholesterinspiegel senken sollen. Das Fazit der Stiftung Warentest: Diese Lebensmittel wirken ähnlich wie Medikamente. Der Verzehr sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Die den Produkten als Wirkstoff zugesetzten Sterine haben nämlich unerwünschte Effekte: Sie verringern die Menge des wichtigen Provitamins Beta-Carotin im Blut.

Vielleicht sollten die Hersteller ihr Angebot durch einen Brotaufstrich abrunden, der besonders viel Beta-Carotin enthält. Der Claim wäre schon gefunden: "XYZ mit Beta-Carotin. Hilft Krebs verhindern." Zusammen mit einem blutzuckersenkenden Pudding (gegen das Joghurt, siehe oben) hätten wir damit ein ausbaufähiges Basis-Portfolio.

Im Ernst. Lesen Sie unbedingt den hervorragenden Beitrag von Birgit Niemann: Lebensmittel mit Idee - oder die Problematik der neuartigen und funktionellen Lebensmittel am Beispiel phytosterolhaltiger Margarinen.




Samstag, 6. November 2004


Eine wachsende Zahl von US-Unternehmen beschäftigt "Betriebspfarrer", berichtet die Business Week. Eine religiöse Wiedererweckungswelle schwappe durch die amerikanische Geschäftswelt. Führungskräfte aller Schattierungen mischten Mystik unters Management und trügen den Stoff, der sonst in Kirchen, Tempeln und Moscheen gelehrt würde, in die Büroflure.

Kein Wunder, sagen die einen: Die Menschen in den USA verbringen heute pro Jahr umgerechnet einen Monat mehr Zeit am Arbeitsplatz als vor einem Jahrzehnt. Also zeigten sich dort vermehrt soziale Erscheinungen, die früher in der Kirche oder Wohngemeinde ihren Platz hatten.

Ihr werdet euch noch wundern, sagen die anderen: Konflikte zwischen verschiedenen Überzeugungen oder Glaubensrichtungen seien vorprogrammiert. Zu befürchten seien aggressive Missionierung oder Versuche "religiöser Tarnkappenbomber", ganze Organisationen im Namen des Herrn zu "übernehmen".

Die Harvard Business School jedenfalls lehnte schon vor zwei Jahren die Spende einer Reinigungsfirma ab, mit der eine Religion-und-Business-Vorlesung finanziert werden sollte. Der Gedanke an Sponsoring mit religiösem Kontext machte die Harvard-Offiziellen wohl nervös. Und eine Top-Beratungsfirma im Silicon Valley musste kürzlich umfirmieren, weil der bisherige Name in letzter Zeit zu viele Leute an eine kirchlich orientierte Selbsthilfegruppe erinnert habe.

Ausführlich und mit vielen Beispielen berichtet Michelle Conlin in der Business Week.




Mittwoch, 15. September 2004


Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) poliert am Image. Nicht nur der eigene Auftritt in der Öffentlichkeit wurde gründlich aktualisiert und vereinheitlicht, sondern die Imagekampagne gilt dem Thema Arbeitsmedizin allgemein.

Das wurde auch mal Zeit. Kenntnisse und Einstellungen der breiten Öffentlichkeit zu diesem Thema sind, sagen wir mal: sehr heterogen...

Ziele der Öffentlichkeitsarbeit sind unter anderem, das Profil des Arbeitsmediziners als Gesundheitsberater im Betrieb zu schärfen, den Wandel des Berufsbilds von defensiven zu aktiven Aufgaben im Betrieb zu verdeutlichen, den Beitrag zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen herauszustellen und die Lobbyarbeit zu unterstützen.

Der neue Internet-Auftritt des VDBW macht (von ein paar Kleinigkeiten abgesehen) einen guten Eindruck. Mal reinschauen.




Sonntag, 29. August 2004


Mindestens 12 Milliarden Menschen würde die Population unseres Planeten im Jahr 2050 betragen, prognostizierten die Vereinten Nationen zum ersten Mal 1968. Mit allen negativen Folgen bis hin zum globalen Zusammenbrechen der Nahrungs-, Wasser- und Energieversorgung.

In den letzten Jahren werden Zweifel an diesen Prognosen lauter. Möglicherweise pendelt sich die Weltbevölkerung in absehbarer Zeit auf einem Niveau von rund neun Milliarden ein. Immer noch viel zu viele, sagen die Experten zwar, sind aber dennoch positiv überrascht.

Vielleicht verpufft die Weltbevölkerungs-Zeitbombe doch nur mit einem leisen Plopp? überlegt Donald G. McNeil jr. in der New York Times und stellt in einem lesenswerten Beitrag die wichtigsten Fakten zusammen.




Samstag, 12. Juni 2004


Ich versende keine E-Mails mit ausländerfeindlichen oder anderweitig rechtsextremen Parolen.

Wie heise online meldet, gibt es seit zwei Tagen offenbar eine Flut unverlangter Nachrichten mit ausländerfeindlichem, rassistischem Inhalt und gefälschten Absenderadressen.

Von einer solchen Fälschung betroffen - meine Domain mhmayer.de kommt im Absender solcher Spam-Mails vor - möchte ich klarstellen: Keine der E-Mails wurde von mir gesendet. Ich distanziere mich ausdrücklich von jedweden ausländerfeindlichen, rassistischen oder antisemitischen Inhalten.




Ein Recht auf Einsicht in die Akten der öffentlichen Verwaltung gab es in Schweden schon 1766. In den USA gilt der 'Freedom of Information Act' seit 1966. Deutschland dagegen gehört zu den letzten Industrienationen, die sich auf das "Amtsgeheimnis" berufen: Bei uns werden Informationen, die bei öffentlichen Stellen vorliegen, unabhängig von ihrer tatsächlichen Schutzbedürftigkeit grundsätzlich als geheim behandelt.

Ein solcher Umgang mit Informationen passt nicht in eine moderne Demokratie. Geheimhaltung begünstigt Korruption, während Transparenz jeder Form von Machtmissbrauch vorbeugt.

Seit heute werden auf der Internetseite pro-information Unterschriften gesammelt, um für die Einführung eines Informationsfreiheitsgesetzes auf Bundesebene zu werben. Ziel ist es, bis zum Herbst 2004 mindestens 50.000 Unterstützer für die Kampagne zu gewinnen.

Die Aktion wird von namhaften Erstunterzeichnern wie Gesine Schwan, Präsidentin der Viadrina-Universität, dem Journalisten Hans Leyendecker oder Peter Eigen, Chairman der Antikorruptionsbewegung Transparency International unterstützt.




Freitag, 4. Juni 2004


Der Trend der Gesetzgebung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist eindeutig: Weg von Einzelvorschriften, die auch das kleinste Detail im Betrieb noch zu regeln versuchen, und die sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem schwer durchschaubaren Dickicht ausgewachsen haben. Hin zur Vorgabe grundsätzlicher Schutzkonzepte, deren betriebliche Umsetzung in der Verantwortung des Arbeitgebers liegt.

Beispiele sind das Arbeitsschutzgesetz von 1996, die Betriebssicherheitsverordnung von 2002, die drastische Reduzierung und Komprimierung berufsgenossenschaftlicher Vorschriften in jüngster Zeit und die anstehende Novellierung der Arbeitsstättenverordnung (lesenswerter Kommentar von Edgar Rose).

Was ändert sich für Arbeitgeber und Management? Entlastend wirkt sicherlich, dass Behörden und Aufsichtsorgane kaum noch 'obrigkeitsstaatlich' in den Betrieb hinein regieren. Mehr Laisser-faire? Keine echte Option - oder nur, solange nichts passiert. Mehr Entscheidungsfreiheit bedeutet auch, die juristischen Folgen von Versäumnissen zu tragen.

Behörden (oder auch Gerichte) werden künftig weniger die formale Einhaltung von Detailvorschriften prüfen, sondern Organisation und Prozesse hinterfragen, also das Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement. Zurücklehnen ist demnach nicht angesagt - im Gegenteil. Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter sollten gezielt in alle Managementprozesse eingebunden werden.




Sonntag, 23. Mai 2004


Nur 19 Prozent der Befragten fanden es bei einer Umfrage in Ordnung, dass die Krankenversicherung "in Zukunft nur die unbedingt notwendigen Grundleistungen bezahlen" solle. Bei einer anderen Umfrage hielten dagegen 48 Prozent für richtig: "medizinische Leistungen, die nicht unbedingt zur Heilung von Krankheiten notwendig sind, werden nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt." "Versicherte sollten die Freiheit haben, ihr Leistungspaket auch in der GKV (= Gesetzlichen Krankenversicherung) selbst zu gestalten" - dieser Vision stimmten in einer weiteren Befragung sogar 77 Prozent der Interviewten zu!

Ja wie jetzt? Schlecht gemachte Umfragen? Manipulation?

Sabine Rieser berichtet im Deutschen Ärzteblatt über die Ergebnisse einer Tagung zum Thema "Surveys im Gesundheitswesen". Ihr Fazit: Viele Erhebungen dienen vor allem Lobbyzwecken.




Samstag, 22. Mai 2004


Mit der Anpassung der Gefahrstoffverordnung an die entsprechenden EG-Richtlinien werden sich die Schutzmaßnahmen nicht nur nach den Eigenschaften der Gefahrstoffe richten, sondern auch das jeweilige Arbeits- und Produktionsverfahren sowie die damit verbundene Exposition mit einbeziehen. Deren professionelle Beurteilung und Dokumentation, wie sie schon das Arbeitsschutzgesetz vorsieht, sind spätestens mit dieser Neuregelung ein Muss.

Einen Überblick über die wichtigsten anstehenden Änderungen bietet "Arbeitsschutz Office" vom Haufe Verlag.






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